Medikamentenbeschichtete Stents (DES)


Ein bedeutender Fortschritt wurde mit der Entwicklung der medikamentenbeschichteten Stents (Drug Eluting Stent, DES) erzielt. Mittels Abgabe wachstumshemmender Medikamente durch den Stent wird eine Wiederverengung des erweiterten Gefäßes sehr effektiv verhindert (nur 5-11% der Fälle anstatt 25-40%).

In unserer Abteilung werden, wie auch in anderen Herzkatheterlabors, diese Stents mittlerweile häufig eingesetzt. Sie sind jedoch nicht in jedem Fall die beste Lösung, so dass individuell zunächst sorgfältig geprüft wird.

Bei Verengungen an sehr großen Kranzarterien, Patienten mit bevorstehenden Operationen oder bei Patienten mit erhöhtem Blutungsrisiko setzen wir weiterhin unbeschichtete Stents ein. Bei den beschichteten Stents ist das notwendige Einwachsen einer dünnen Schicht aus der Gefäßinnenwand verzögert, so dass es zu Blutgerinnselbildungen an der Stentoberfläche kommen kann. Deshalb muss die bekannte Kombination aus Acetylsalicylsäure (ASS) und Clopidogrel über einen bestimmten, vom Arzt festgelegten Zeitraum, z.B. 6 Monate (je nach Erkrankung/Behandlung auch kürzer oder länger) eingenommen werden. Bei früherem Absetzen der Kombination droht ein akuter (plötzlich auftretender) Gefäßverschluss als zwar seltenes, aber sehr gefährliches Ereignis. Während der Behandlung mit Acetylsalicylsäure und Clopidogrel sind z.B. Operationen nur mit einem erhöhten Risiko durchführbar. So können je nach Beibehalten oder Absetzen der Kombinationstherapie bedeutsame Blutungen oder auch Herzinfarkte auftreten.

Bei den unbeschichteten Stents beträgt die Einnahmedauer der Kombinationstherapie normalerweise 4 Wochen, in beiden Fällen sollte danach die Acetylsalicylsäure (ASS) lebenslang eingenommen werden.